Zusammenfassung: Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen entwickeln sich bereits vor der Geburt und werden durch frühe Ernährungserfahrungen nachhaltig geprägt. Fruchtwasser, Muttermilch und Geschmacksvariation der frühen Beikost vermitteln sensorische Erfahrungen, die spätere Präferenzen beeinflussen können. Wiederholte Exposition, familiäre Esskultur und positive emotionale Erfahrungen während des Essens fördern die Akzeptanz vielfältiger Lebensmittel. Die sensorische Entwicklung ist eng mit Bindungsprozessen verknüpft. Gerüche, Geschmack und soziale Interaktion wirken gemeinsam auf Essverhalten, Emotionsregulation und Wohlbefinden. Für die Praxis bedeutet dies, dass Ernährungsempfehlungen nicht ausschließlich auf Nährstoffe fokussieren sollten, sondern auch sensorische Erfahrungen, Beziehungsgestaltung und familiäre Esskultur berücksichtigen müssen. Die Förderung positiver sensorischer Erfahrungen in den ersten Lebensjahren stellt somit einen wichtigen Baustein der Prävention ernährungsmitbedingter Erkrankungen dar. Onlinedatenbank: med-search
Autoren: H. Kalhoff, M. Kersting, T. Lücke
Rubrik: Erziehung, Psychiatrie - Psychologie, Nervensystem
Verlag: mgo fachverlage GmbH & Co. KG
Stichworte: Flavor-Wahrnehmung, Frühkindliche Sinneswahrnehmung, Geruch, Geschmack, Geschmackspräferenzen, kindliche Entwicklung, Mutter-Kind-Bindung, Wahrnehmung
ISSN: 0030-9346
Institut: Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Westfälisches Kinderzentrum, Klinikum Dortmund gGmbH; Forschungsdepartment Kinderernährung, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, St. Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum; Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Ruhr-Universität Bochum