Myokarditis – seltene, schwere Impfnebenwirkung?

Evidenzlage und Ergebnisse des MYKKE-Registers nach SARS-CoV-2-Impfung (PedMYCVAC)

Ausgabe: pädiatrische praxis, 2026, Band 104/04, mgo fachverlage GmbH & Co. KG (ISSN 0030-9346)

Zusammenfassung: Myokarditis nach mRNA-Impfung gegen SARSCoV-2 ist eine seltene, aber klinisch relevante Nebenwirkung, die vor allem männliche Jugendliche wenige Tage nach der Impfung betrifft. Die Präsentation ist meist typisch mit Thoraxschmerz, Troponinerhöhung und EKG-Veränderungen; die kardiale MRT (Magnetresonanztomografie) spielt eine zentrale Rolle in der Diagnosesicherung. Prospektive Daten aus dem MYKKE-Register zeigen ein konsistentes Bild: Der klinische Verlauf ist überwiegend mild ohne schwere Herzinsuffizienz oder Komplikationen. Gleichzeitig wird deutlich, dass eine gute Prognose nicht gleichbedeutend mit vollständiger Normalisierung ist. Ein relevanter Anteil der Betroffenen zeigt im Verlauf persistierende Symptome oder bildgebende Residuen, insbesondere Late Gadolinium Enhancement in der kardialen MRT, bei gleichzeitig rückläufiger akuter Entzündung. Im Vergleich zur klassischen Myokarditis sind schwere Verläufe deutlich seltener. Für die Praxis ergibt sich daraus eine klare Botschaft: beruhigende Prognose bei gleichzeitig konsequenter Nachsorge. Vor dem Hintergrund begrenzter Langzeitdaten ist zudem die weitere systematische Erfassung und Nachverfolgung betroffener Patientinnen und Patienten von zentraler Bedeutung.

Onlinedatenbank: med-search

Autoren: N. Rolfs, E. Schwarzkopf, F. Seidel

Rubrik: Herz - Kreislauf, Atmungsorgane, Blut - Onkologie

Verlag: mgo fachverlage GmbH & Co. KG

Stichworte: Impfung, Myokarditis, Outcome, Pädiatrie, Register, SARS-CoV-2-Impfung

ISSN: 0030-9346

Institut: Deutsches Herzzentrum der Charité, Klinik für Angeborene Herzfehler - Kinderkardiologie, Berlin; Charité - Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin