Zusammenfassung: Die pädiatrische Urolithiasis ist eine seltene, aber zunehmend relevante Erkrankung. Metabolische Ursachen (Hyperkalziurie, Hyperoxalurie, Hypocitraturie) spielen eine zentrale Rolle. Monogene tische Ursachen (z. B. Cystinurie, primäre Hyperoxalurie), anatomische Anomalien des Harntrakts sowie Infektionen der Harnwege gelten als weitere Risikofaktoren. Ernährung mit hohem Salz- und tierischem Eiweißanteil sowie unzureichende Flüssigkeitszufuhr erhöhen das Risiko zusätzlich. Klinisch präsentieren sich Betroffene mit kolikartigen Flankenschmerzen, Hämaturie, Übelkeit, Erbrechen oder rezidivierenden Harnwegsinfekten. Der Ultraschall gilt als Bildgebung der Wahl. Blut- und Harnanalysen zielen darauf ab, metabolische Störungen zu definieren. Eine Steinanalyse ist essenziell für die gezielte Therapie und Metaphylaxe. Kleine Steine werden vorwiegend konservativ behandelt, mit ausreichender Flüssigkeit, Analgesie und gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung für die Steinpassage. Interventionelle Maßnahmen kommen bei größeren und obstruktiven Steinen zum Einsatz. Die Metaphylaxe besteht aus Flüssigkeitszufuhr, Ernährung und medikamentöser Therapie spezifischer Stoffwechselstörungen unter engmaschigen Kontrollen. Mit frühzeitiger Diagnostik, personalisierter Therapie und langfristiger Prävention ist die Prognose gut, während unbehandelte metabolische Ursachen zu chronischer Niereninsuffizienz führen können. Eine interdisziplinäre Betreuung ist entscheidend für eine gute Langzeitprognose. Onlinedatenbank: med-search
Autoren: L. Daniel-Fischer, K. Arbeiter
Rubrik: Endokrinologie - Stoffwechsel, Magen-Darm-Trakt, Urogenitaltrakt
Verlag: mgo fachverlage GmbH & Co. KG
Stichworte: Abklärung, Harnsteine, Lithogenese, Metapyhlaxe, Nierensteine, Pädiatrische Urolithiasis, Urolithiasis, Ätiologie
ISSN: 0030-9346
Institut: Abteilung für pädiatrische Nephrologie und Gastroenterologie, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien