Zeitfenster der Vulnerabilität: Antibiotika in Schwangerschaft und früher Kindheit

Auswirkungen auf das Mikrobiom und die spätere Gesundheit

Ausgabe: pädiatrische praxis, 2026, Band 104/02, mgo fachverlage GmbH & Co. KG (ISSN 0030-9346)

Zusammenfassung: Antibiotika retten Leben, insbesondere in der Pädiatrie. Gleichzeitig stellen sie einen relevanten exogenen Einfluss auf das sich entwickelnde frühkindliche Mikrobiom dar. Expositionen in Schwangerschaft, Geburt und den ersten Lebensjahren fallen in ein sensibles Zeitfenster mikrobieller und immunologischer Prägung. Antibiotika reduzieren häufig Diversität, verschieben mikrobielle Funktionen und können das Resistom nachhaltig verändern. Beobachtungsstudien zeigen konsistente Assoziationen früher Antibiotikaexpositionen mit späteren erhöhten Risiken für allergische Erkrankungen, Asthma, Adipositas und weitere Endpunkte, wobei Kausalität nicht gesichert ist und Confounding eine Rolle spielt. Ausgewählte Probiotika können bei definierten Indikationen (v. a. antibiotikaassoziierte Diarrhö) hilfreich sein, kompensieren jedoch keine langfristigen Effekte. Entscheidend bleibt ein rationaler Antibiotikaeinsatz: klare Indikation, schmalspektrige Wahl, kürzestnotwendige Dauer, Reevaluation und konsequente Prävention (insbesondere Impfungen).

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Autoren: P. Zimmermann

Rubrik: Grundlagen, Prophylaxe, Neugeborene

Verlag: mgo fachverlage GmbH & Co. KG

Stichworte: Adipositas, Allergie, Antibiotic Stewardship, Antibiotika, Frühkindlichkeit, Mikrobiom, Pädiatrie

ISSN: 0030-9346

Institut: Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin, Universität Luzern; Abteilung für Pädiatrie, Kinderklinik Zentralschweiz, Luzern