Zusammenfassung: Antibiotika retten Leben, insbesondere in der Pädiatrie. Gleichzeitig stellen sie einen relevanten exogenen Einfluss auf das sich entwickelnde frühkindliche Mikrobiom dar. Expositionen in Schwangerschaft, Geburt und den ersten Lebensjahren fallen in ein sensibles Zeitfenster mikrobieller und immunologischer Prägung. Antibiotika reduzieren häufig Diversität, verschieben mikrobielle Funktionen und können das Resistom nachhaltig verändern. Beobachtungsstudien zeigen konsistente Assoziationen früher Antibiotikaexpositionen mit späteren erhöhten Risiken für allergische Erkrankungen, Asthma, Adipositas und weitere Endpunkte, wobei Kausalität nicht gesichert ist und Confounding eine Rolle spielt. Ausgewählte Probiotika können bei definierten Indikationen (v. a. antibiotikaassoziierte Diarrhö) hilfreich sein, kompensieren jedoch keine langfristigen Effekte. Entscheidend bleibt ein rationaler Antibiotikaeinsatz: klare Indikation, schmalspektrige Wahl, kürzestnotwendige Dauer, Reevaluation und konsequente Prävention (insbesondere Impfungen). Onlinedatenbank: med-search
Autoren: P. Zimmermann
Rubrik: Grundlagen, Prophylaxe, Neugeborene
Verlag: mgo fachverlage GmbH & Co. KG
Stichworte: Adipositas, Allergie, Antibiotic Stewardship, Antibiotika, Frühkindlichkeit, Mikrobiom, Pädiatrie
ISSN: 0030-9346
Institut: Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin, Universität Luzern; Abteilung für Pädiatrie, Kinderklinik Zentralschweiz, Luzern