Doppelt hält besser – wer, wann, wie und wie lange?DAPT nach Schlaganfall

Ausgabe: neuro aktuell, 2026, Heft 05, mgo fachverlage GmbH & Co. KG (ISSN 1869-6597)

Die Datenlage spricht dafür, dass wir eine DAPT künftig gezielter einsetzen können, wobei die Bildgebung in den Vordergrund zu rücken scheint – je höher die ICAS-Last, desto eher scheint sich ein Benefit mit einer DAPT erzielen zu lassen. Bezüglich der Therapiedauer wird es vermutlich noch weitere Feinabstimmungen geben. Die aktuellen Daten belegen die höchste Wirksamkeit im frühen Zeitfenster der Sekundärprophylaxe (10–21 Tage), jedoch erscheinen auch Effekte nach 30 Tagen noch denkbar. Hier gilt es, zukünftig die Balance zwischen Nutzen und Blutungskomplikationen noch präziser abzugrenzen. Die ECST-2-Daten sprechen dafür, dass bei niedrigem und intermediärem Rezidiv-Risiko bei Karotisstenosen eine optimierte medikamentöse Therapie, bestehend aus einer DAPT und Statin-Therapie, eine sinnvolle Alternative gegenüber einer schnellen Revaskularisation darstellt. Die Frage, ob bei extrakraniellen ACI-Stenosen in ausgewählten Fällen die DAPT auch über einen längeren Zeitraum angewandt werden sollte, gilt es in zukünftigen Studien zu klären. Die Real-World Daten aus 2025 ergeben eine Orientierung für einzelne Subgruppen (vordere vs. hintere Zirkulation, metabolisches Syndrom, Entzündungsparameter) und erlauben dadurch möglicherweise zukünftig die Indikationsstellung zu verfeinern. Und damit lässt sich kurz zusammenfassen: „Doppelt ja – aber gezielt, kurz und klug“.

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Autoren: Dr. med. univ. Matthias Wagner und PD Dr. med. Julia Köhn

Rubrik: Schlaganfall

Verlag: mgo fachverlage GmbH & Co. KG

Stichworte: DAPT, Schlaganfall

ISSN: 1869-6597